Damit aufgewachsen

Meine Großtante hatte noch ein Telefon mit Wählscheibe, das ich als Spielzeug betrachtete, mein erstes Handy hatte meinem Großvater gehört und das einzige Spiel, das ich damit spielte, war Snake. Bis ich in die achte Klasse kam, besaß ich ein robustes Schiebehandy mit Tasten, die man für einen Buchstaben teilweise drei- oder viermal anwählen musste. Das Handy war für unterwegs, für den Notfall. Wenn ich telefonieren wollte, benutzte ich das Kabeltelefon zuhause. Ich drückte die Lautsprecher-Taste sowohl bei meinen Telefonaten als auch bei denen anderer. Heute nutze ich diese Funktion immer noch. Ich tippe den Lautsprecher-Button an und halte das Handy vor mich wie ein Buch; diese Distanz stellt die Nähe her, mit der ich mich wohlfühle. Ich musste mich umgewöhnen, statt Handy I- oder Smartphone zu sagen. Mit Handymarken kannte ich mich so wenig aus wie mit Modemarken, aber ich konnte ein Smartphone immer so gut bedienen wie die meisten anderen in meinem Alter. Ich bin damit aufgewachsen, das Telefon wurde omnipräsent und ich davon abhängig; die Modelle wurden flacher und die Worte, die ich hineingab, auch.

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