Erich Kästner Haus für Literatur (Dresden)

„Wenn ihr kämt und nicht nur schriebt! / Doch man steht wie in der Wüste / und begafft die Bronzebüste / eines Gottes, den’s nicht gibt.“ – Erich Kästner, Sentimentale Reise

Ich sitze auf einer Bank im Garten des Erich Kästner Hauses. Die Villa habe Kästners Onkel gehört, berichtete eine Mitarbeiterin in der Einführung zu Beginn. Kästner habe den Garten geliebt, er habe hier mit seiner Cousine gespielt und der Garten sei Schauplatz von „Pünktchen und Anton“ geworden. Heute besteht er zu einem größeren Teil aus Kieswegen, aber auch aus Rasen, Büschen, Bäumen und anderen Pflanzen, die den Spielplatz erahnen lassen, der er einmal war. Auf der Mauer sitzt ein Junge aus Bronze, der Kästner darstellen soll, wie er die vorbeifahrenden Straßenbahnen und das Treiben des Albertplatzes beobachtet. Ich habe mir „Herz auf Taille“, Kästners ersten Gedichtband, mitgenommen – man kann es sich mit den Büchern des Museums überall auf dem Grundstück gemütlich machen. Wenn es zu regnen beginnt, gehe ich noch einmal ins Haus, werfe noch einen Blick in eine der Schubladen, in denen Zitate, Artikel, Briefe, Fotos, Hefte und Bücher stecken, schaue noch einen Filmausschnitt oder begebe mich in das Café im ersten Stock zum Lesen. Der perfekte Ort für mich!

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